Zum Inhalt springen
Das CJD - Die Chancengeber CJD Nord

10 Jahre Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Hamburg

11.06.2018 CJD Nord « zur Übersicht

Seit 10 Jahren tauschen sich im Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus (BNW) mehr als 40 zivilgesellschaftliche und staatliche Institutionen zu aktuellen Entwicklungen und Handlungsansätzen zu den Themen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus aus und entwickeln Strategien zur Stärkung einer demokratischen Kultur.

Nun fand in der Handelskammer die Veranstaltung statt: „10 Jahre – Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Hamburg“

Im Netzwerk entstehen durch Wissensvermittlung, Vernetzung und Bündelung verschiedenste Kompetenzen im Themenfeld. Hierbei bestimmen gesellschaftspolitische Veränderungen in und um Hamburg die Arbeit des Beratungsnetzwerkes.

Die Federführung für die Vorbeugung und Bekämpfung gegen Rechtsextremismus liegt bei der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Senatorin Dr. Melanie Leonhard eröffnete die Veranstaltung. Sie verwies einerseits auf die erfolgreiche Arbeit des Netzwerkes. Andererseits mache die Zunahme von rechtsextrem motivierten Gewalttaten das Netzwerk heute und auch zukünftig so notwendig. „Es ist ein wichtiges Forum für die Vertretung, Verankerung und Wahrung demokratischer Werte in unserer Stadt.“

Thomas Heppener (Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend) griff in seinem Grußwort die Feststellung der Senatorin auf: „Es ist natürlich schade, dass wir das Beratungsnetzwerk Hamburg im zehnten Jahr seines Bestehens noch nötiger brauchen, als wir uns das vorgestellt haben. Aber es ist schön, dass es in diesen Jahren gewachsen ist und viele wichtige Aktionen durchgeführt und begleitet hat.“ Er verwies zudem darauf, dass auch unter der neuen Bundesregierung die Präventionsarbeit im Bereich von Extremismus weiterverfolgt wird.

Dr. Mark Terkessidis (Migrationsforscher und freier Autor) betonte in seinem Vortrag „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland – von der Ideologie und dem System zur gesellschaftlichen Verantwortung“, dass Rassismus ein Teil unserer Gesellschaft darstelle. Rassismuskritisch sollten daher alle Personen in Deutschland sein. Hier richtete er den Blick auch auf Lehrer/-innen, Polizist/-innen und weitere Personen mit gesellschaftlichem Einfluss. Gleichwohl betonte aber Dr. Terkessidis auch die Fortschritte, die er in den letzten 20 Jahren erkennen könne. Dem Rassismus werde heute in der Politik, in der Verwaltung und in vielen Arbeitsbereichen kritisch begegnet.

Zu einem Geburtstag dürfen ein Rückblick und die Würdigung der Beteiligten nicht fehlen. Die Koordinatorin des Beratungsnetzwerkes, Andrea Dutzek (Lawaetz-Stiftung), gab einen Überblick über die Rollen der Netzwerkpartner, über die Zielgruppen und die Arbeitsfelder. Weitere Netzwerkpartner/-innen berichteten im Gespräch mit dem Moderator Peer Gillner (ebenfalls Lawaetz-Stiftung) über ihre Beratungstätigkeit und ihre Arbeit im Beratungsnetzwerk, u. A. Kurswechsel – Ausstiegsarbeit Rechts.

Die rund 120 Teilnehmer/-innen der Veranstaltung erlebten auch ein buntes Rahmenprogramm: Die Gipsy-Swing-Band Café Royal Salonorchester spielte Swing der Extraklasse, die Künstlerin Amira Zarari vom Poetry Slam – Verein i,Slam e.V. stellte zwei Ihrer Texte vor, und die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG konnte besichtigt werden.