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Start des Projekts DEKONSTRUKT zur "Neuen Rechten"

27.02.2018 CJD Nord « zur Übersicht

Diskurs - Dekonstruktion - Distanzierung 

Im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks der letzten Jahre sind Strukturen, die der sogenannten „Neuen Rechten“ zuzuordnen sind, offensiver aufgetreten und verstärkt in der „Mitte der Gesellschaft“ wahrzunehmen. Vor allem jugendkulturell
auftretende Gruppierungen wie die „Identitäre Bewegung“ bilden eine Scharnierfunktion zwischen den verschiedenen Teilen der (extremen) Rechten wie Burschenschaften, völkische Gruppierungen, rechtspopulistische Parteien und Neonazis. Sie versuchen vor allem über Social Media Jugendliche und junge Erwachsene für etwa rassistische, völkische und sexistische Denkweisen und Aktionsformate zu gewinnen.

Zugehörige neurechter Strukturen sowie junge Menschen, die von ihnen angesprochen werden sollen, sind bisher keine Adressat_innen von Jugendhilfe im Allgemeinen oder politischer Bildung im Speziellen – nicht zuletzt, weil sie sich dem klassischen Klischee von gewaltsuchenden, desintegrierten (extrem) rechten Personen entziehen. Das Projekt Dekonstrukt nimmt vor allem dieses Spektrum (extrem) rechter Gruppierungen mit seinen Organisationsformen, Inhalten und Strategien in den Blick. Die entwickelten Zugänge und erprobten Methoden fokussieren dabei Sympathisant_innen/„Mitläufer_innen“:

Rechtsaffine junge Menschen, die sich von Inhalten bzw. Aktionen der jugendkulturell inszenierten „Neuen Rechten“ angesprochen fühlen und mit ihnen sympathisieren.

Akteur_innen/Aktivist_innen: Junge Menschen, die (extrem) rechts organisiert bzw. ideologisch, sozial und habituell eingebunden sind in Strukturen der „Neuen Rechten“.

Diese Zielgruppen adressiert Dekonstrukt mittels Interventionen durch Ansprache und Angebote (sekundärpräventiv) sowie ideologische und habituelle Auseinandersetzung mit dem Ziel der Distanzierung (tertiärpräventiv). Das Projekt Dekonstrukt erarbeitet und erprobt in diesem Feld innovative Zugänge, (medien-) pädagogische Interventionen und Strategien der Auseinandersetzung. Dabei werden Erkenntnisse, Erfahrungen und Methoden wissenschaftlich und pädagogisch aufbereitet und weitervermittelt. Sie sollen von Regelstrukturen (Kinder- und Jugendhilfe, Schule und Hochschulen), Distanzierungs- und
Ausstiegsprojekten und anderen Institutionen genutzt werden sowie in der Wissenschaft Anwendung finden.

Dabei entwickelt Dekonstrukt Erkenntnisse der bisherigen pädagogischen Arbeit im Feld insbesondere aus den Erfahrungen der Distanzierungs- und Ausstiegsberatungen weiter. Gewonnene Erkenntnisse werden in Form von Veröffentlichungen sowie Bildungs-, Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten
mit Fachkräften, Multiplikator_innen und weiteren interessierten Personen geteilt.

Wir sind ansprechbar für spezifische Fragen des pädagogischen Umgangs
im Feld der „Neuen Rechten“ im Kontext von Distanzierungsarbeit.

Eine wissenschaftliche Begleitung unseres Projektes stellt den Fachaustausch zwischen Theorie und Praxis sicher. Zusätzlich arbeiten wir in enger Kooperation mit dem Distanzierungs- und Ausstiegsprojekt „Kurswechsel“.

Hier finden Sie weitere Veröffentlichungen wie Flyer samt Kontaktdaten, Postkarte - auch als Poster erhältlich - und erste Fachexpertisen zu den Themen "Die Identitären: Eine neu(e)rechte Jugendbewegung?" und "Erfahrungen und Ansatzpunkte der pädagogischen Praxis und Distanzierungsarbeit im Feld der sog. "Neuen Rechten"".