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„Community Force“

Erschließung der Potenziale sozialer Netzwerke von Communities zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung

Projektdauer: 15.09.2005 - 15.09.2007
Förderung: European Commission; DG Employment, Social Affairs & Equal Opportunities
Programm: Social Inclusion 2005

Abstract

„Community force“ bezeichnet ein Projekt, das mit Forschungsmethoden und durch einen internationalen Fachaustausch zwischen denPartnerorganisationen (s.u.) das produktive Potential ausgegrenzter Gruppen in Mehrheitsgesellschaften in den Blick nimmt, um dieses für die Vermeidung von Armut und zur Überwindung von Ausgrenzung sozialpolitisch zu nutzen.

Viele Communities unter Migrant/innen und ethnischen Minderheiten haben soziale Strategien und Formen der Selbstorganisation zur gegenseitigen Unterstützung und Interessenwahrung über lokale, regionale und sogar nationale Grenzen hinweg entwickelt. Diese informellen Strukturen und Organisationseinheiten unterschieden sich je nach sozialpolitischer Struktur der Mehrheitsgesellschaft, nach Art und Form der Ausgrenzung durch diese Mehrheitsgesellschaft und Interessenlage der ausgegrenzten Community. Ziel des Projektes ist es, die besonderen Stärken und Qualitäten der jeweiligen sozialen Netzwerke ausgewählter Communities in den einzelnen Partnerländern unter dem Aspekt der Vermeidung von Armut und Überwindung von Ausgrenzung zu ermitteln und im transnationalen Austausch aller relevanten Akteure voneinander zu lernen.

Im ersten Projektjahr wurden die Strukturen und Funktionen von Netzwerken bestimmter ethnischer Minderheiten bzw. Migrantengruppen in den jeweiligen Partnerländern durch qualitative Erhebungen analysiert (im Falle von Ungarn und Rumänien ist es die Gruppe der Roma, in Deutschland die türkische und in Italien die marokkanische Community). Die Ergebnisse dieses ersten Projektjahres sind auf der Projekthomepage veröffentlicht (www.communtiy-force.eu). 

Im zweiten Projektjahr werden zurzeit im transnationalen Austausch die sozialpolitischen Aspekte der Studie und deren Konsequenzen für die jeweiligen Nationalpolitiken und die europäische Sozialpolitik diskutiert. Hier soll die Diskussion vor dem Hintergrund eines internationalen Kreises von Themenbefassten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen mit dem Ziel geführt werden, Möglichkeiten des Praxistransfers auszuloten.

In diesem Rahmen fand bereits im Dezember 2006 die erste internationale Konferenz in Cluj, Rumänien unter dem Titel „The Institutionalized Political Influence of Minorities: Problems, Practices und Prospects” statt. Dort nahmen Vertreter/innen von Regierungs- und Nichtregierungsseite Standortbestimmungen zur Integration der ethnischen Minderheit der Roma in Rumänien vor. Im März 2007 fand die zweite internationale Konferenz unter dem Titel „Moving the Network. Ethnic Communities, Discrimination and the Labour Market“ in Neapel statt. Hier setzten sich Politiker/innen und Praktiker/innen mit dem Themenkomplex der Strukturen wirtschaftlicher Selbstorganisation von Migrant/innen auseinander.

Partner des europäischen Projektes

  • Universität Dortmund, Lehrstuhl für Grundlagen und Theorien der Organisationspsychologie – Dortmund / Germany
  • Ec-Pec Foundation – Budapest / Ungarn
  • Research Centre on Interethnic Relations (CCRIT) – Universität Cluj Napoca / Rumänien
  • The Psychoanalytic Institute for Social Research (IPRS) in Rom / Italien

Das Projekt wurde vom CJD Eutin koordiniert.