Das CJD - Die Chancengeber CJD Nord

Modellprojekt PräRaDEx – Prävention von Radikalisierung, Distanzierung vom Extremismus

In den letzten Jahren sind bundesweit die Zahlen von Straftaten mit rechts- sowie religiös begründet extremistischem Hintergrund gestiegen. Auf diesen konkreten Bedarf reagiert nun das CJD Nord in Kooperation mit dem Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern durch die Einrichtung des Modellprojektes PräRaDEx.

Eine der Zielgruppen des Projektes sind Fachkräfte der Justiz, die in professionellen Beziehungen zu inhaftierten oder unter Arrest stehenden Personen sowie zu Proband_innen stehen. Die Sensibilisierung des Fachpersonal (Sozialarbeiter_innen in den JVAs und der JA, Fachkräfte des Allgemeinen Vollzugsdienstes und Bewährungshelfer_innen) für den Themenbereich Rechtsextremismus und religiös begründeten Extremismus und die Stärkung ihrer Handlungskompetenzen sowie der Erweiterung der Handlungsoptionen im Umgang mit radikalisierten bzw. gefährdeten Inhaftierten bzw. Proband_innen in den genannten Phänomenbereichen, stehen hierbei im Fokus. Hierfür bietet PräRaDEx ein bedarfsorientiertes Schulungskonzept im Rahmen von insgesamt sechs Fortbildungsmodulen an. In diesen werden die Fachkräfte bezüglich beider Phänomenbereiche unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse geschult und durch eine praxisorientierte Durchführung alltagsnah sensibilisiert.

Im Rahmen von anschließenden Coachings sollen die Fachkräfte für die Arbeit mit rechtsextrem orientierten und religiös begründet affinen Personen weiter spezialisiert werden, um die erworbenen Handlungskompetenzen im alltäglichen Umgang mit der Zielgruppe zielgenau und sicher einzusetzen.

Unter anderem sollen sie anschließend Radikalisierungen bei Gefangenen und Proband_innen erkennen und entsprechend professionell reagieren sowie Distanzierungs- und Ausstiegsprozesse von Inhaftierten und Proband_innen initiieren bzw. professionell begleiten können. Zudem fungieren diese Spezialist_innen als Multiplikator_innen, um nach Projektende ihr erworbenes Wissen an andere Fachkräfte weiterzugeben.

Eine weitere Säule im Projekt sind Einzelgespräche mit Proband_innen und Inhaftierten, welche nachvollziehbare Schritte der Lossagung von extremistischem Denken und Handeln erkennen lassen. Diese Art der Durchführung von Präventions- und Distanzierungsarbeit mit straffälligen Personen bildet den zweiten Teilbereich des Modellprojektes. Entsprechend individueller Bedarfe und dem Grad der Radikalisierung, werden spezifische Beratungsansätze genutzt.

Als dritte Säule des Projekts werden in Kooperation mit ausgewählten Justizvollzugsanstalten des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Landesamt für ambulante Straffälligenarbeit M-V gemeinsam Handlungsempfehlungen zur Prävention und Intervention im Themenfeld Radikalisierung entwickelt, um durch eine bedarfsgerechte Gestaltung der Arbeitsstrukturen vor Ort die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern.

Die Ebenen der Projektstruktur bieten vielfältige Möglichkeiten enger Verzahnung, welche in einem abschließenden Projektbericht, nach Beendigung des Projektes im Dezember 2019, detailliert beleuchtet werden. Der beschriebene dreisäulige Aufbau des Projektes bietet eine neue und innovative Herangehensweise an die Thematik. Die inhaltliche Ausrichtung neben dem Phänomenbereich des Rechtsextremismus auch auf den religiös begründeten Extremismus füllt eine aktuelle Bedarfslücke des Strafvollzuges in Mecklenburg-Vorpommern.

Kontakt

CJD Nord

Siegfried-Marcus-Straße 20
17192 Waren (Müritz)
Tel.: 03991 6698855
Fax: 03991 63291957

Ansprechpartner

Herr M. Iheb Bousbih
Mobil: 0151 – 40 63 92 09

E-Mail an M. Iheb Bousbih